Alki Alki

Deutschland 2015 – 102 Min. - Filmfest München 2015 - Regie: Alex Ranisch. Mit Heiko Pinkowski, Peter Trabner, Christina Große, Thorsten Merten, Oliver Korittke, Eva Bay, Iris Berben u.a.
AlkiWer die Vielfalt des deutschen Kinos in Frage stellt, hat oft einfach nicht richtig hingeschaut. Denn abseits von Kinderfilmen und Brachialkomödien entstehen oft kleine, feine Filme, für wenig bis gar kein Geld gedreht, die vielschichtige Geschichten mit interessanten Charakteren erzählen. So ein Film ist die Alkoholiker-Ballade „Alki Alki“ von Axel Ranisch.

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Mit seinem inzwischen vierten Film „Alki Alki“ hat sich Axel Ranisch als Regisseur schräger, melancholischer Filme etabliert. Mit „Dicke Mädchen“ gab er sein Debüt, es folgten der ungleich erfolgreichere „Ich fühl mich Disco“ und der Märchenfilm „Reuber“, in denen Ranisch Figuren porträtierte, die gemeinhin als Außenseiter gelten und im meist auf Hochglanz bedachten Filmgeschäft kaum repräsentiert sind.

So ein Typ ist auch Tobias Zach (Heiko Pinkowski, einer von Ranischs Stammschauspielern, der auch am Drehbuch mitschrieb), ein minder erfolgreicher Architekt, der mit Frau und drei Kindern in Berlin lebt und eine schwere Last mit sich rumträgt: Sein ständiger Begleiter ist Flasche (Peter Trabner, ebenfalls eine Ranisch-Institution und ebenfalls am Drehbuch beteiligt), sein je nach Sichtweise guter oder böser Geist, sein Gewissen, seine Sucht. Flasche ist immer dabei, egal ob im Büro bei einer Besprechung, im Bett mit seiner Frau Anika (Christina Große) oder in den Bars und Clubs Berlins, in denen Tobias seiner Alkoholsucht nachgeht.