Der atmende Gott

Deutschland 2011 – 100 Min. – Ein Dokumentarfilm von Jan Schmidt-Garre.
DerWas ist Yoga, wo stammt es her? Ist Yoga Philosophie, Religion, Gymnastik – Oder alles auf einmal? Diesen und anderen Fragen versucht Jan Schmidt-Garre mit seiner Dokumentation „Der atmende Gott“ auf den Grund zu gehen. Das mäandernde Suchen, mit dem sich der Regisseur durch Indien bewegt, ist in seiner respektvollen Zurückhaltung vor der fremden Kultur dabei große Stärke dieses besonderen Films für Yoga-Interessierte.

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Auf seinem Weg begegnet Schmidt-Garre diversen Yogis, die eins gemeinsam haben: Sie lernten bei Tirumala Krishnamacharya. Dieser gilt als Vater des modernen Yogas, seit er Mitte der 30er Jahre des 19. Jahrhunderts für den Maharadschar der indischen Provinz Mysore zum Wohl der Allgemeinheit eine Yoga-Schule einrichtete. Was genau er dort allerdings lehrte, auf welche Weise er seine Schüler mit den zahllosen Asanas – jene für Außenstehende wie Verrenkungen wirkende Übungen – zu größerer Ausgeglichenheit und Gesundheit führte, das ist schwer zu sagen, schriftliche Aufzeichnungen aus der Zeit gibt es kaum.

Zwei von Krishnamacharyas Schülern holt Schmidt-Garre vor die Kamera, die die Lehren ihres Gurus auf sehr unterschiedliche Weise weitergeben. Zum einen ist das B.K.S. Iyengar, der vor allem als Yoga-Lehrer des Geigers Yehudi Menuhin berühmt wurde und eine Form des Yogas lehrt, in der einzelne Positionen bis zu 30 Minuten gehalten werden. Zum anderen Pattabhi Jois, der während der Dreharbeiten verstarb und eine Art Speed-Yoga entwickelt hat, in der einzelne Position miteinander verbunden sind und in einer bestimmten Reihenfolge wiederholt werden.