Chinese Perspectives

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Es gibt mehrere Gründe dafür, eine chinesische Filmwoche in Düsseldorf aufzustellen. Zum einen nimmt die Präsenz Chinas politisch, wirtschaftlich, aber vor allem auch kulturell immer weiter zu. Es gibt französische, britische, dänische, türkische Filmfestivals, aber noch keines, das den chinesischen Film vertritt. Es ist also an der Zeit ein neues Bild dieses Landes zu vermitteln, das bisher kaum entdeckt ist und so in Konkurrenz zu treten zu den alltäglichen Informationsmedien und ihren Berichterstattungen über China. Über China wohlgemerkt, denn was in der jetzigen Filmreihe gezeigt wird, ist ein in/mit/von/über.

Die Filmreihe konzentriert sich auf Produktionen, die mit niedrigem Budget gedreht wurden; darüber hinaus noch nicht oder nur in bedingtem Maße national und international gezeigt. Die meisten wurden mit DV–Kameras gedreht und stehen auch ein für die DV–Bewegung des Landes. Dabei ist vielen Filmen eigen, dass sie weder eindeutig einer einzigen Thematik, noch einem festen Genre zuzuordnen sind. Unter ihnen sind Kurz–, Lang–, Dokumentar– und Spielfilme.

Kuratiert wird die Reihe "CHINESE PERSPECTIVES" von Feng–Mei Heberer. Organisiert von Feng–Mei Heberer und Stephan Machac unterstützt vom Salon des Amateurs.

Alle Filme Original mit englischen Untertiteln.

Chinese 

Programm

Die dokumentarische Perspektive


Freitag, den 30.03.07, um 19.30 Uhr  
Li Xiaofeng: Walk in the Dark
2006, 90min
Der Film dokumentiert die Geschichte zweier Frauen. Die blinde Mutter Bao, die ihr adoptiertes, lernbehindertes Kind Ming Ming alleine großgezogen hat und nun versucht, sie auf eine normale Schule zu schicken.
Achtung: Das angekündigte Konzert mit Cosmic Shenggy im Salon des Amateurs muss wegen Visaproblemen leider entfallen.

 


Samstag, den 31.03.07, um 21.30 Uhr  
Huang Wenhai: Dream Walking
2005, 85min
Sie alle sind Künstler und durchleben zusammen den heißen Pekinger Sommer 2004. Sie spielen einen Film, spielen ihr Leben, reden über Sinn von Leben und Kunst und tun dies alles ohne großen Aufwand, häufig nackt.
Großer Preis auf dem "Cinéma du réel" in Paris 2006.

 


Sonntag, den 01.04.07, um 21.30 Uhr  
Yang Yishu: Who is Haoran
2006, 72min
Eine Gruppe von Kleinkriminellen in einem Dorf der chinesischen Provinz Jiangsu. Die Filmemacherin begleitet eine Reihe von Jugendlichen in ihrem Alltag: Sich prügeln und beschimpfen, über tolle Mädchen reden, ihre Lehrer und vor allem den berüchtigten Haoran, ihren Todfeind, den sie zu Kleinholz verarbeiten wollen.

 


Montag, den 02.04.07, um 17.00 Uhr  
Cui Zi’en: WC HuHuHaHee
2005, 80min
Ein überaus humorvoller Umgang mit den Tabu–Themen der chinesischen Gesellschaft und Politik. Und nicht nur der chinesischen. Der Sender WC TV hat es sich zum Ziel gesetzt, möglichst ausführlich über die Einrichtung der öffentlichen Toilette zu berichten.

 

Junge Perspektive


Montag, den 02.04.07, um 21.30 Uhr  
Tantan, aka Sun Weiwei: Human Made + 365 nights, every day has a teleplay
2005, 23min + 25min
In ihren beiden Videoarbeiten greift Tantan durch die Problematisierung soziokultureller Phänomene (Seifenoper, Ausstellen/Betteln) aktuelle gesellschaftliche und zwischenmenschliche Stimmungen auf. Ganz nah am Alltag zeigt sich dabei die Künstlichkeit und Stilisierung des Lebens der Menschen.

Chow Yan: Father and Father

2005, 60min
Die Suche der Filmemacherin Yan auf den Spuren ihres früh verunglückten Vaters ist gleichzeitig das Portrait ihrer Mutter, die im China der 1970er Jahre ihren Ehemann verlor und kurz darauf wieder heiratete und jetzt mit Yans zweitem Vater zufrieden und konfliktreich zusammenlebt.

 


Dienstag, den 03.04.07, um 17.00 Uhr  
Yang Jin: A Black and White Milk Cow
2004, 98min
Jinsheng muss nach dem Tod seines Vaters sein Studium in der Stadt abbrechen und zurück ins Heimatdorf. Sein Onkel, der Dorfvorsteher, bittet Jinsheng zu bleiben und die unbesetzte Stelle des Dorflehrers zu übernehmen. Sein Lohn, eine schwarzweiß gescheckte Milchkuh. "A Black and White Milk Cow" wurde u.a. auf der Viennale 2005 gezeigt.

 


Dienstag, den 03.04.07, um 19.00 Uhr  
Reality TV in China – ein Stück Demokratie im Untergrund?
Diskussion mit Fang Yu, Filmemacher "Die Taxischwestern von Xi’An"

 


Dienstag, den 03.04.07, um 21.30 Uhr  
Zhang Dali: Ludian is the Name of a Bar
2006, 84min
Der Film zeigt junge Unternehmer und ihrer Begleiterinnen in ihrem Zweitleben, welches sich nachts in den Bars Guangzhous entfaltet.

 

Außenperspektive


Mittwoch, den 04.04.07, um 17.00 Uhr  
Cui Zi’en: Short Sentence
2005, 15min
Short Sentence ist ein prägnanter Kommentar, zugleich verspielt und karnevalesk. Eine reizvolle Provokation zu konventionellen Seh– und Hörgewohnheiten, stellt es die Frage nach sprachlicher, sexueller und nationaler Identität und pfeift auf fixe Antworten.

Cheng Xiaoxing: Minsk

2006, 55min
Das ehemalige Flugzeugträger Schiff "Minsk" wurde von ein paar chinesischen Geschäftsmännern in einen Themenpark umgewandelt. Torpedos, Radare, Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg. Wie macht sich da eine Tanzgruppe von grazilen, schönen Chinesinnen?

Minsk lief u.a. auf dem Festival Cinéma du Réel, Paris 2006 und auf dem Leipziger Dokumentarfilmfestival.

 


Mittwoch, den 04.04.07, um 21.30 Uhr  
Fang Yu: Die Taxischwestern von Xi’an
2006, 72min
"Wir glauben nicht an Gott und Teufel, wir glauben nur an uns." Tatsächlich unterliegen die Frauen, die oft länger als zehn Stunden täglich am Steuer sitzen, einem strengen Reglement: Ein Großteil ihrer Einnahmen geht an die Taxiverwaltung; Polizisten kassieren hohe Strafen, falls sie außerhalb der festgelegten Halteplätze parken; fast tagtäglich gibt es neue Gebühren wie "Brückenzölle" oder "Sauberkeitsabgaben" und auch die Zahl der Überfälle hat rasant zugenommen.