Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft

(Coco avant Chanel) Frankreich 2009 – 110 Min. – Farbe – Regie: Anne Fontaine. Mit Audrey Tautou, Benoît Poelvoorde, Alessandro Nivola, Marie Gillain, Emmanuelle Devos u.a.
CocoCoco Chanel war über Jahrzehnte hinweg die prägende Stilikone in der Modewelt des anfänglichen 20. Jahrhunderts. In unzähligen Filmen wie auch Broadwaystücken wurde ihr Leben und Schaffen immer wieder in unterschiedlichen Facetten nach gezeichnet. Doch die Faszination für die Frau, die einst die berühmteste Modedesignerin der Welt war, ist nach wie vor ungebrochen. Anne Fontaines („Das Mädchen aus Monaco“) Biopic widmet sich den Jahren ihres kreativen Erwachens, eine Zeit, in der ihr wohl auch die einzige große Liebe ihres Lebens vergönnt war.

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Mit einem kurzem Blick auf Coco Chanels ersten Lebensabschnitt, ihrer Kindheit im Kloster, wo sie unter anderem das Nähen lernte, steigt Regisseurin Fontaine in das Biopic ein. Kurz darauf erlebt der Zuschauer die nunmehr junge Frau, bezaubernd dargestellt von Audrey Tautou, als Sängerin im „Rotonde“ in Moulins, wo sie mit ihrer Schwester eine Karriere als Sängerin anstrebt. Der erhoffte Erfolg jedoch bleibt aus, doch dafür begegnet sie hier dem Industriellensohn Etienne Balsan, mit dem sie gemeinsam die nächsten vier Jahre verbringt und die im Film näher beleuchtet werden.

Balsan ist es auch der sie in die Gesellschaft einführt, obgleich Coco dieser mit einer gewissen Verachtung gegenüber tritt. Zum einen widerstreben ihr die gesellschaftlichen Konventionen, zum anderen die Mode dieser Zeit. Anne Fontaine zeigt in vielerlei Facetten eine junge Rebellin, die ihren Platz in der Welt sucht und vor allem auf eigenen Beinen stehen will.

So erlebt man auf der Leinwand die ersten Gehversuche der späteren Modedesignerin. Zunächst sind es Änderungen an den prunkvoll geschmückten Hüten und den engen Korsetts die Coco vornimmt, später dann eigene Kreationen, die ein Zeitalter einer neuen, auf Pompöses verzichtenden Mode einläuten werden. Mit Unterstützung des britischen Bergwerksbesitzers Arthur „Boy“ Capel, ihrem neuen Geliebten und der wohl einzig großen Liebe ihres Lebens, kann sie den Grundstein des späteren Imperiums legen.

Mögliche Erwartungen auf eine komplette Lebensgeschichte, sollte man direkt verwerfen, denn Fontaine beschränkt auf diesen Zeitabschnitt, der kreativen Anfänge. Dieser ist dafür jedoch sehr facettenreich und bietet hinsichtlich der Charakterisierung und Gefühlswelt bewegende Einblicke.

Mathias Bornemann