Der Dorflehrer

(Venkovsky ucitel) Tschechien / Frankreich / Deutschland 2008 – 110 Min. – Farbe – Regie: Bohdan Sláma. Mit Pavel Liska, Zuzana Bydovska, Ladislav Ledivy, Tereza Vorísková, Milos Cernousek u.a.
DerNach dem Erfolgsfilm "Die Jahreszeiten des Glücks" kehrt Regisseur Bohdan Sláma mit "Der Dorflehrer" zurück auf die Leinwand. Er portraitiert den schüchternen Petr, der als Dorflehrer sein Glück in der tschechischen Provinz zu finden sucht und dabei nicht nur in Konflikt mit der Gemeinde, sondern auch mit sich selbst gerät.

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Um der Großstadt Prag zu entkommen, nimmt Petr (Pavel Liska) eine Stelle als Lehrer in einer Dorfschule eines kleinen tschechischen Örtchens an. Dort stößt er nicht nur durch seinen etwas anderen, praktischen, Biologieunterricht auf Beliebtheit, sondern wird auch von der überschaubaren Gemeinde schnell als ein vollwertiges Mitglied aufgenommen. Besondere Freundschaft verbindet ihn mit Marie (Zuzana Bydovska) und ihrem Sohn (Ladislav Ledivy), die gemeinsam einen Bauernhof bewirtschaften. Doch die idyllische Ruhe währt nicht lange, als Petrs Ex–Freund (Marek Daniel) zu Besuch kommt. Petr muss sich daraufhin seiner Vergangenheit und sexuellen Orientierung stellen, die alsbald zum Eklat zwischen Marie, ihrem Sohn und ihm führt ...

Zu Recht wurde "Der Dorflehrer" auf mehreren kleinen Festivals und mit dem ’Tschechischen Löwen’ ausgezeichnet. Bohdan Sláma ist ein Film gelungen, der nicht nur, wunderschön inszeniert, das einfache Leben der tschechischen Provinz darstellt, sondern auch mächtige Charaktere hervorbringt, die durch großartige schauspielerische Leistung zum Leben erweckt werden. Allen Voran brilliert Pavel Liska, der bereits bei "Die Jahreszeiten des Glücks" und "Wilde Bienen" mit Regisseur Bohdan Sláma zusammengearbeitet hat, in der Rolle des homosexuellen Lehrers.

Die Schauspieler sind es auch, die die Geschichte tragen. Eine Geschichte die auf den ersten Blick vielleicht nicht viel versprechen mag, aber letztendlich durch ihre Tiefe und Einfühlsamkeit überzeugt. Sláma wollte, wie er selbst sagt "einen Film über ein intimes, sehr persönliches Thema" machen: die Liebe und der nicht endende Kampf des Menschen um sie. Jeder der Hauptakteure des Films erlebt seinen eigenen Kampf, sein ganz persönliches Leid und Scheitern. Doch was am Ende bleibt, ist die Zuversicht, mit sich selbst im Reinen, das Ersehnte zu finden.

Anja Köhler