Fikkefuchs

Deutschland 2017 – 101 Min. - Filmfest München 2017 - Regie: Jan Henrik Stahlberg. Mit Jan Henrik Stahlberg, Franz Rogowski, Thomas Bading, Susanne Bredehöft, Jan Pohl u.a.
FikkefuchsMit zarter Feder hat Jan Henrik Stahlberg noch nie Filme gedreht, sowohl „Muxmäuschenstill“ noch „Bye Bye Berlusconi!“ waren Satiren der derberen Sorte und so ist auch sein neuer Film „Fikkefuchs“ nichts für zarte Gemüter. Um den Zustand der Männlichkeit in einer Zeit, in der viel von Feminismus und Gleichstellung der Geschlechter die Rede ist, geht es hier - voller pointierter, provozierender Momente.

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Sie halten sich für Helden, glauben, sie seien unwiderstehlich: Der gut 50jährige Rocky (Jan Henrik Stahlberg), der in Berlin allein in seiner Altbauwohnung lebt und jüngeren Frauen nachsteigt, aber auch älteren nicht abgeneigt ist - Hauptsache Frau. In der Provinz lebt der Mittzwanziger Thorben (Franz Rogowski), der aus einer psychiatrischen Klinik ausbricht, wo er wegen Sexualvergehen saß, und nach Berlin trampt. Dort sucht er seinen Vater auf, den er noch nie gesehen hat: Rocky.

Erschreckend präzise schildert Stahlberg die übersexualiserte Welt der Gegenwart, das ständige Versprechen auf Sex, das durch die Medien, das Kino und natürlich das Internet geistert.

Von Dating-Diensten wie Tinder, über Flirtkurse bis hin zum geradezu altmodisch anmutenden Spruch an der Kneipen-Theke, reißt Stahlberg praktisch alle Facetten und Möglichkeiten des Kennenlernens in der Moderne an. Es ist ausreichend, dieses ungleiche und doch gleiche Duo zu beobachten, ihre von einer vollkommenen Abwesenheit von Selbstreflexion und Selbsterkenntnis geprägten Versuche Frauen kennenzulernen. Eine schmerzhaft präzise Zustandsbeschreibung männlicher Befindlichkeiten, pointiert und von beißendem satirischen Witz.