German Angst

Deutschland 2014 - 111 Min. - International Filmfestival Rotterdam 2015 - Regie: Jörg Buttgereit, Michal Kosakowski, Andreas Marschall. Mit Lola Gave, Axel Holst, Annika Strauss, Andreas Pape, Matthan Harris, Daniel Faust, Martina Schöne-Radunski, Milton Welsh u.a.
GermanIn drei formal und inhaltlich sehr unterschiedlich ausgerichteten Episoden führt „German Angst“ den Zuschauer in die Abgründe der menschlichen Existenz. Angesiedelt im heutigen Berlin geht es in Buttgereits „Final Girl“ um Missbrauch. Kosakowski zieht in „Make a wish“ eine Parallele zwischen Neonazi-Terror und den Verbrechen der Vergangenheit und in Marschalls „Alraune“ steht die zerstörerische Kraft von Sex und Drogen im Vordergrund.

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Bis in die 20er-Jahre des letzten Jahrhunderts hinein war der Horrorfilm eine deutsche Spezialität mit gefeierten Meisterwerken. Von den Nazis wurde das Genre dann als unerwünscht erklärt. Bis heute fristet es hierzulande ein Nischendasein und ist das Stigma des Trivialen nicht mehr losgeworden. So wundert es nicht, dass „German Angst“ unabhängig und mit Crowdfunding für den internationalen (DVD-)Markt produziert wurde und nur in wenigen ausgewählten Kinos zu sehen ist.

Trotz Eigenständigkeit eint die drei Episoden der Einsatz graphischer Gewaltdarstellung und der unbändige Wille der Filmemacher, den Zuschauer durch Schockwirkung zu erreichen. Das ist nichts für schwache Nerven und zartbesaitete Gemüter seien hiermit ausdrücklich gewarnt.

Eric Horst