Die Lebenden reparieren

(Réparer les vivants) Frankreich, Belgien 2016 - 103 Min. - Venedig 2016 - Regie: Katell Quillévéré. Mit Anne Dorval, Emmanuelle Seigner, Tahiar Rahim, Monika Chokri u.a.
DieGleich zwei Lieblingsschauspielerinnen von Xavier Dolan teilen sich hier die Leinwandpräsenz mit Polanskis Ehefrau Emmanuelle Seigner sowie dem Newcomer Tahar Rahim („Ein Prophet“). Ihr gemeinsames Ensemble entfaltet die starke Inszenierung der belgischen Regisseurin äußerst wirkungsvoll — „Die Lebenden reparieren“ ist ein fesselndes, pointiertes Charakter-Drama für alle, die keine Angst vor intensiven Gefühlen haben.

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Thema und Anliegen des Films mögen vielleicht zunächst abschreckend erscheinen, auch wenn sie um so dringlicher sind: Die Entscheidung zur Organspende und alle organisatorischen Schwierigkeiten um sie herum. Doch Katell Quillévéré findet eine ganz besondere Art der poetischen Sprache, um uns dies nahe zu bringen, indem sie durch den dokumentarischen Realismus der Handlung die genau beobachteten Momentaufnahmen aus den Leben der Protagonisten webt, wie ein neues Herz. Diese Szenen sind so dicht und hervorragend geschrieben, dass sie die Zuschauer an den Puls des Geschehens binden, stark involvieren und tief berühren. Sie zeigt uns, wie verletzlich unsere Körper sind, wie schnell ein Leben auch viel zu früh ein Ende finden kann und gleichzeitig auch wie engagiert und solidarisch Menschen in der Lage sein können, für das Leben eines anderen zu kämpfen, selbst wenn es nicht die eigenen Angehörigen sind. „Die Lebenden reparieren“ empfiehlt sich als einer der stärksten Filme des beginnenden Herbstes.
Silvia Bahl