Liberace — Zuviel des Guten ist wundervoll

(Behind the Candelabra) USA 2013 – 118 Min. – Cannes 2013 – Regie: Steven Soderbergh. Mit Michael Douglas, Matt Damon, Dan Aykroyd u.a.
LiberaceWas heute Elton John, Madonna und Lady Gaga sind, war in den 70er Jahren Liberace (Michael Douglas): Ein Superstar mit exzessivem Lebensstil, der durch seine extravaganten, pompösen Shows in Las Vegas weltberühmt wurde. Im Zentrum der wahren Geschichte steht die über Jahre geheim gehaltene Beziehung zwischen Liberace und dem wesentlich jüngeren Scott Thorson (Matt Damon), die schon bald obsessive und abhängige Züge annimmt. Soderbergh beeindruckt nicht nur durch brillante Ausstattung, sondern auch durch eine genau beobachtete Beziehungsdramaturgie, in der Douglas und Damon zur Höchstform auflaufen.

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Regisseur Steven Soderbergh musste erst überredet werden, seinen wieder einmal „letzten“ Film im Wettbewerb von Cannes zu starten, wo er 1989 die Goldene Palme mit SEX, LIES AND VIDEOTAPE gewann. Erzählt wird Liberaces Geschichte aus der Perspektive seines zeitweiligen Chauffeurs Scott Thorson — basierend auf dessen autobiografischen Roman — der für einige Jahre zu seinem heimlichen Liebhaber wird. Denn Liberace bekannte sich nicht öffentlich zu seiner Homosexualität, führt sogar verschiedene erfolgreiche Prozesse gegen die immer wiederkehrenden angeblichen Verleumdungen.

Soderbergh zeichnet glaubwürdig und gefühlvoll die sechsjährige Beziehung zwischen dem schwerreichen Publikumsliebling und dem von Matt Damon ebenfalls grandios gespielten Jungen aus der Provinz nach, der als Pflegekind aufwuchs und in Liberace auch eine Art Ersatzvater sah. Darüber hinaus weiß er mit spektakulärer Ausstattung, Ironie und viel Unterhaltung zu punkten.