Männer im Wasser

(Allt flyter) Schweden 2008 – 100 Min. – Regie: Mans Herngren. Mit Jonas Inde, Amanda Davin, Andreas Rothlin Svensson, Jimmy Lindström, Peter Gardiner, Benny Haag u.a.
MännerDie Midlife–Crisis ist schon von sich aus eine stressige Angelegenheit. Wenn sie sich jedoch paart mit unvorhergesehener Frauenpower, kann daraus eine handfeste Depression entwachsen. Mit skandinavischem Humor, einer guten Prise Ironie und einigen Parallelen zu "Ganz oder gar nicht" stellt Regisseur und Drehbuchautor Mans Herngren seinem Protagonisten Frederic eine überraschende Lösung gegen jegliche Frustgefühle vor: Synchronschwimmen. Was als Gag für einen Junggesellenabschied begann, soll der ganz große Coup werden, denn am Ziel winkt der Gewinn der Weltmeisterschaft in Berlin.

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Frederic ist eigentlich ein positiver Mensch, wären da nicht sein in den Wind geschlagener Job als Sportjournalist, die gescheiterte Ehe mit Lotta (Paula Mc Manus) und die nicht nennenswerte Beziehung zu seiner Tochter Sara (Amanda Davin). Den Optimismus, den er so dringend braucht, bekommt er durch das allwöchentliche Eishockeytraining mit seinen Kumpels. Dort genießt er seine Rolle als Anführer und das Gefühl zu irgendwas nütze zu sein. Dieser Zustand wird jäh zerstört als eine wesentlich stärkere Fraueneishockeymannschaft die Trainingszeit in der Eishalle für sich beansprucht. Auch zu Hause wartet eine Hiobsbotschaft auf ihn: Es soll sich um die pubertierende Tochter kümmern, währen Lotta in London an ihrer Karriere feilt.

Sara, die einer Synchronschwimmgruppe angehört, inspiriert Frederic zunächst zu einem absurden jedoch publikumswirksamen Wasserballett, für das er sich den Badeanzug der Tochter borgt. Eine gut betuchte Dame ist derart begeistert, dass sie ihnen 10.000 Euro als Gage bietet, wenn sie ihr ’Programm’ auf ihrer Party aufführen. Angestachelt von dieser unerwarteten Herausforderung, wächst in Frederic der Gedanke ein professionelles Synchronschwimmteam auf die Beine zu stellen. Die Performance wird ein Flop, doch die Jungs denken schon in anderen Kategorien. Sie wollen zur WM im Synchronschwimmen, insbesondere als klar wird, dass der Sport in seinen Anfängen eine reine Männerdomäne war.

Spätestens seit der jüngst zu Ende gegangenen Fußballweltmeisterschaft in Südafrika sollte klar sein, dass dabei zu sein nicht ausreicht bei so einer Veranstaltung. Es geht um wesentlich mehr: Man braucht ein Ziel, sollte wettkampftauglich sein und nach Möglichkeit schillernde Trikots besitzen. Das gilt auch für das von den Männern zunächst belächelte Synchronschwimmen. Erst als Sara die Coachrolle übernimmt, haben sowohl die Mannschaft, als auch Vater und Tochter eine reelle Chance, während Frederic, nach einigen Irrwegen einsehen muss, dass es im Leben um mehr geht als um den ersten Platz auf dem Treppchen.

Mit Jane Magnusson an seiner Seite, selbst Trainerin eines männlichen Synchronschwimmteams, schafft es Herngren eindrucksvoll einen Einblick in die Welt des Synchronschwimmens zu geben, der die Protagonisten selten der Lächerlichkeit preisgibt. Dies wurde insbesondere durch ein sechsmonatiges Training möglich, dass die Schauspieler zu einer Einheit zusammenwachsen lies. Beeindruckend sind auch die Unterwasseraufnahmen, die den Szenen eine fast schon lagunenhafte Stimmung verleihen.

Eleni Giannakoudi