Maudie

Kanada/Irland 2016 – 116 Min. – Berlinale 2017 – Regie: Aisling Walsh. Mit Sally Hawkins, Ethan Hawke u.a.
MaudieNicht erst seit „Happy-Go-Lucky“ ist Sally Hawkins eine echte Entdeckung und hier spielt sie sich wieder in Höchstform: Maud Lewis gilt auch über Kanada hinaus als Ikone der naiven Malerei und diese sensible Biographie skizziert die Gründe dafür. In wunderbaren Herbstfarben entwirft sie das Porträt einer ebenso zarten wie starken Frau, die es zur Kunst machen konnte, das Leben so zu nehmen, wie es ist.

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Mit einer schweren Form der juvenilen Arthritis gestraft, mag die junge Maud sich nicht dem Schicksal des Pflegefalles ergeben. Sie entgeht der Bevormundung durch ihre Tante, indem sie auf eine Anzeige im Supermarkt antwortet: Der wortkarge Fischer Everett sucht für seine kleine Hütte eine Haushaltshilfe. Ihre Beziehung hat keinen guten Start, doch Maud erkämpft sich ihren Platz — in der Wohnung wie auch als Frau an seiner Seite. In der rauen Schönheit der kanadischen Küste malt sie sich ihre eigene Welt, auf Postkarten, Fenster, Türen und Wände.

An ihrer Seite brilliert Ethan Hawke als verletzlicher Prolet, dessen harte Schale von der neu gewonnenen Farbigkeit nach und nach aufgelöst wird. Der Regisseurin Aisling Walsh gelingt nicht nur ein faszinierendes Künstlerinnenportrait, sondern auch eine spröde wie eindringliche Liebesgeschichte.

Silvia Bahl