Renn, wenn du kannstDeutschland 2010 – 112 Min. – Farbe – Perspektive, Berlinale 2010 – Regie: Dietrich Brüggemann. Mit Robert Gwisdek, Anna Brüggemann, Jacob Matschenz, Franziska Weisz, Michael Sens, Jörg Bundschuh, u.a.
Ben und Christian sind in dieselbe Frau verliebt. Ben sitzt im Rollstuhl und Christian ist sein Zivildienstleistender. Diese ungewöhnliche Dreiecksgeschichte erzählt Regisseur Dietrich Brüggemann mit absurdem Dialogwitz und großer Leichtigkeit. Intelligentes Kino, das ans Herz geht.
zurück | Mehr darüberBen (Robert Gwisdek) ist jung, intelligent, witzig und verzweifelt. Die Liebe kommt für ihn nicht in Frage, das erklärt er zumindest seinem neuen Zivi Christian. Dieser (Jacob Matschenz) nimmt das Leben leicht: Er wird ein halbes Jahr bei Ben bleiben und dann seiner Wege gehen. Annika (Anna Brüggemann) studiert Cello, doch das Musikstudium und der gnadenlose Zwang zu Perfektion lasten schwer auf ihr.Die drei werden Freunde. Zu dritt erschaffen sie sich eine eigene Welt aus Sehnsucht und Phantasie. Dann verlieben sie sich, doch Annika kann sich nicht entscheiden – sie mag Christian und seine Verspieltheit, aber die stärkere Verbindung hat sie eigentlich zu Ben. Was für alle drei wie ein Spiel beginnt, wird für Ben eine Reise zu seinen größten Ängsten, in Abgründe, aus denen er allein nicht mehr herausfinden wird. Mit seinem ersten Kinofilm gelingt Dietrich Brüggemann ein außergewöhnlicher Brückenschlag: Selten hat ein Film mit solcher Konsequenz von einer schweren Behinderung und dem Umgang damit erzählt – zugleich aber entfaltet er visuellen Ideenreichtum, absurden Dialogwitz und eine erzählerische Leichtigkeit, wie sie im deutschen Kino nicht oft zu finden sind. Das Drehuch verfaßte Dietrich Brüggemann wie bereits beim Vorgängerfilm "Neun Szenen" gemeinsam mit seiner Schwester, der Schauspielerin Anna Brüggemann, die auch die weibliche Hauptrolle übernahm. Immer nah am Herzen der Figuren erzählt "Renn, wenn Du kannst" eine Geschichte, die man so schnell nicht vergisst. |