Stolperstein

Deutschland 2008 – 73 Min. – Farbe – Dokumentation von Dörte Franke.
StolpersteinZu finden sind sie überall in Deutschland, ob in Großstädten oder kleinen Dörfern im tiefsten Bayern, doch meist wird über sie hinweggegangen ohne wirklich Notiz davon zu nehmen. Die Rede ist von den Stolpersteinen, das größte dezentrale Denkmal und Kunstprojekt der Welt, gewidmet den deportierten und ermordeten Menschen durch die Nazis. Dörte Frankes Dokumentation porträtiert den Künstler Gunter Demnig der dieses Projekt initiiert hat und folgt der Spur der Steine mit all seinen Facetten.

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Es gibt Künstler im Rampenlicht, andere die erst nach ihrem Ableben entdeckt werden und solche wie den der Kölner Gunter Demnig, der sich nur auf eine einzige Sache konzentriert, die zu seinem Lebenswerk wird. Alles fing mit einem Gedenkstein an, der an die Verfolgung der Naziopfer erinnert. Es ist ein Stein wie es ihn hundertausendfach gibt auf Deutschlands Bürgersteigen, doch auf ihm prangt ein goldig glänzendes Messingplättchen, eingraviert ein Name, ein Geburtsjahr sowie Tag und Ort der Deportation und der letztlichen Hinrichtung. Platziert werden diese Gedenksteine an den Orten, wo die Opfer einst lebten.

Doch längst sind es über 12.000, welche die deutsche Straßen zieren, gestiftet von Angehörigen, privaten Spendern oder auch Initiativen. Eigentlich ein sehr sinnvolles Projekt in Gedenken an die Opfer, möchte man meinen, doch nicht selten kommt es zu Gegenwehr. Der Bürgermeister von München beispielsweise oder gar Charlotte Knobloch vom Zentralrat der Juden legen ihrerseits Stolpersteine in den Weg dieses Projekts. Aus den Erzählungen der Auftraggeber wiederum wird deutlich, wie wichtig ihnen diese persönliche Gedächtniskultur ist. So werden gewiss noch viele weitere gelegt werden, jeder Einzelne mit einer individuellen Geschichte behaftet.

Dörte Frankes Dokumentation erweist sich dabei als wichtiger Beitrag, diese Geschichten wahrzunehmen und sei es nur dadurch, einen Moment inne zu halten, wenn man einen solchen Stolperstein sieht und eben nicht einfach nur darüber hinweg zu gehen.

Mathias Bornemann