Tom of Finland — Der Film

Finnland 2017 – 115 Min. - Regie: Dome Karukosi. Mit Pekka Strang, Jakob Oftebro, Werner Daehn, Lauri Tilkanen, Jessica Grabowsky, Troy T. Scott u.a.
TomIn der Schwulenszene sind die markanten Zeichnungen von Tom of Finland legendär. Mit ihren prägnanten Darstellungen männlicher Körper in betont sexuellen Posen trug der finnische Künstler dazu bei, schwule Sexualität salonfähig zu machen — erst in privat gedruckten Heften, bald in etablierten Verlagen. Entstanden ist ein stimmungsvolles, berührendes historisches Biopic über den Kampf eines Menschen um seine persönliche Freiheit und seinen künstlerischen Ausdruck.

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Zahlreiche Kunstprojekte förderte die finnische Regierung anlässlich des 100. Jubiläums des finnischen Staates am 6. Dezember dieses Jahres, und das dabei nicht nur Künstlern wie Johan Sibelius oder Aki Kaurismäki gedacht wird, sondern auch einem lange Zeit verpönten Zeichner wie Touko Laaksonen, sagt vieles über die sich verändernden Zeiten. Mit seinen unverkennbaren, markanten Zeichnungen von muskulösen Schwulen, oft in klischeehaften Outfits, mal als Biker, mal als Seemänner, prägte Laaksonen den Blick und den Stil der homosexuellen Kultur wie wohl kaum ein anderer. Die Bedeutung seiner anfangs nur im Untergrund veröffentlichten Bilder war weltweit zu spüren, zumindest so, wie es „Tom of Finland“ erzählt. Ob die Rezeption tatsächlich so einflussreich war, wie es Karukosi in seinem Film behauptet, ist schwer zu sagen, zumal der Film eher impressionistisch erzählt und einen Fluss durch die Zeit und Laaksonens Leben inszeniert.